WIP Limits
WIP Limits (Work in Progress Limits) sind Begrenzungen für die Anzahl der gleichzeitig bearbeiteten Aufgaben innerhalb eines Workflows, z. B. in einem Scrum Sprint oder Kanban-Board. Sie helfen dabei, den Fokus auf abgeschlossene Arbeit zu legen, anstatt zu viele Aufgaben parallel zu bearbeiten.
Vorteile von WIP Limits:
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Reduzierung von Multitasking: Verhindert, dass Teammitglieder zu viele Aufgaben gleichzeitig angehen, was die Effizienz steigert.
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Schnellere Durchlaufzeiten: Stories werden zügiger fertiggestellt, weil weniger Work-in-Progress entsteht.
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Bessere Zusammenarbeit: Teams arbeiten gezielt an bestehenden Aufgaben, statt immer neue anzufangen.
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Frühzeitiges Erkennen von Engpässen: Falls sich Arbeit staut, wird das Problem schneller sichtbar.
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Effektivere Dailies: Die Daily Meetings werden effektiver, da weniger Themen besprochen werden müssen und die Teammitglieder sich besser auf Aussagen der Kollegen beziehen können.
In Scrum können WIP Limits z. B. für die Anzahl offener Stories im Sprint Backlog oder für einzelne Workflow-Phasen wie „In Progress“ oder „Code Review“ definiert werden.
WIP Limit für Scrum Sprint
Es gibt keine generelle Regel für die Anzahl an aktiv bearbeiteten Stories pro Sprint. Als generelle Empfehlung kann man sich aber hieran orientieren:
- „In Progress“: Teamgröße / 2 → X parallel bearbeitete Stories
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So wird vermieden, dass zu viele Aufgaben begonnen, aber nicht abgeschlossen werden.
Als weitere Faustregel gilt, das jedes Teammitglied maximal 1-2 Tasks gleichzeitig bearbeiten sollte, um den Fokus zu behalten und nicht durch ständige Kontext-Wechsel abgelenkt zu werden.
Wobei WIP Limits helfen
WIP Limits helfen, typische Probleme in agilen Entwicklungsprozessen zu vermeiden, indem sie die Anzahl paralleler Aufgaben begrenzen. Hier sind die häufigsten Probleme, die durch WIP Limits reduziert werden:
- Zu viele angefangene, aber nicht abgeschlossene Aufgaben
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Ohne WIP Limits beginnen Teams oft neue Stories, anstatt bestehende abzuschließen.
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Folge: Hoher Anteil an „halbfertiger“ Arbeit am Sprint-Ende.
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- Multitasking und Kontextwechsel
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Entwickler arbeiten an mehreren Tasks gleichzeitig und müssen ständig zwischen Kontexten wechseln.
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Folge: Sinkende Produktivität, höhere Fehlerquote, längere Entwicklungszeiten.
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- Engpässe in bestimmten Prozessschritten
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Beispielsweise sammeln sich viele Aufgaben in „Code Review“ oder „Test“.
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Folge: Der Prozess stockt, da abgeschlossene Arbeit nicht in Produktion kommt.
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- Verzögerungen bei der Auslieferung
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Wenn zu viele Aufgaben parallel bearbeitet werden, dauert es länger, bis einzelne Features fertig werden.
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Folge: Kunden und Stakeholder müssen länger auf Ergebnisse warten.
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- Mangelnde Zusammenarbeit im Team
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Entwickler arbeiten an isolierten Aufgaben, anstatt gemeinsam an Engpässen zu arbeiten.
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Folge: Wissensinseln und ineffiziente Nutzung der Team-Ressourcen.
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